Lourdes gruselt es, wenn sie diese Knäblein in ihren Seidengewändern sieht. Die stehen schon die letzten vierzehn Tage in den Geschäften, und heute ist die ganze Stadt voll davon. Heute ist nämlich Lichtmess, der letzte Tag des Weihnachtszyklus.
Heute werden die Weihnachtskrippen abgebaut, das Jesuskind wird aus der Krippe genommen und in ein nagelneues Kleidchen gesteckt. Dann geht die Familie in die Kirche, um es segnen zu lassen. Wieder zuhause, wird es auf ein Stühlchen gesetzt, auf dem es bis nächstes Weihnachten thront und die Familie beschützt. Abends gibt es Kakao mit Tamales. Wer die besorgt, wird schon am Dreikönigstag geklärt: Traditionell muss der die Tamales kaufen, der im Dreikönigskranz auf eine Jesusfigur beißt.
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Donnerstag, 2. Februar 2012
Montag, 30. Januar 2012
Dürre
Während es in Xalapa in Strömen regnet, herrscht im Norden von Mexiko die schlimmste Dürre seit 70 Jahren. Das Getreide verdorrt, Kühe verenden, das Trinkwasser wird knapp. Besonders hart trifft es die Rarámuri, ein Volk in der Sierra Tarahumara, viele fliehen inzwischen aus den Bergen in die Städte. Im ganzen Land wurden Sammelstellen für Nahrungsmittel und Kleidung eingerichtet. Dieses Foto war von ein paar Wochen in der Onlineausgabe der ZEIT, ::hier:: kommt Ihr zur Fotoserie.
Dienstag, 3. Januar 2012
Viel Glück für das Jahr 5199!
Das schreiben wir nämlich nach dem Kalender der Mayas. Und Glück werden wir auch brauchen, denn wenn wir einigen New Age-Gurus glauben, dann haben die Mayas für den 22. Dezember den Weltuntergang vorgesehen. Im Internet machen "Sieben Prophezeiungen der Mayas" die Runde, die eine große Flut und andere Katastrophen heraufbeschwören. In den Kodizes und Steintafeln der Mayas sucht man diese vermeintlichen Weissagungen allerdings vergeblich. Trotzdem ist der 22. Dezember 2012 aus Sicht der Mayas ein faszinierendes Datum.Samstag, 10. Dezember 2011
"All de day in de bed"
sagt mir meine Frau, und da muss ich mich wohl fügen. Typisch, dass mich die Erkältung erwischt, nachdem ich die letzte Übersetzung für dieses Jahr abgeschickt habe und ein bisschen Urlaub machen könnte. Was bleibt mir da anderes übrig, als die kommenden drei Wochen Nichtstun in der Horizontale einzuläuten und mich ein bisschen zu amüsieren.
Mittwoch, 7. Dezember 2011
Los Tuiteros
Nächsten Sommer sind in Mexiko Präsidentschaftswahlen, und die Kandidaten laufen sich warm. Auch hier werden die sozialen Medien eine wichtige Rolle spielen, aber vielleicht ein bisschen anders als anderswo. Im nördlichen Nachbarland hat der Präsident die Wahlen mit Hilfe der sozialen Netzwerke wie Twitter und Facebook gewonnen, aber hierzulande müssen die Kandidaten eher aufpassen, dass sie nicht ihretwegen auf die Schnauze fallen.
Freitag, 2. Dezember 2011
Unser tägliches Brot vergifte uns heute
Die Regenzeit war trocken, im Norden des Landes fielen weniger als die Hälfte der üblichen Niederschläge. Folge: Eine miese Maisernte. Genau der Moment, auf den die Agrarindustrie gewartet hat. Der Genmais wird es richten, jubeln die Vertreter von Monsanto. Und die Politiker, von denen einige bis vor Kurzem auf der Gehaltsliste des US-Konzerns standen, halten die eine Hand auf und stellen mit der anderen Genehmigungen aus. Wärs doch nur ein schlechter Film.Montag, 21. November 2011
Auf dem Heimweg
aus der Stadt sind wir wie immer unter dem Popocateptl entlang gefahren. Der hatte gestern morgen offenbar leichte Verdauungsstörungen.
Mittwoch, 2. November 2011
Der klassische Roman
zum Día de Muertos ist Pedro Páramo von Juan Rulfo (1955). Auf der Suche nach seinem Vater kommt der junge Juan Preciado nach Comala, ein Dorf, in dem nur noch Tote, tja, leben. Der Roman wird immer wieder gern zitiert, deswegen zitiere ich hier auch einen kleinen Auszug aus der ersten deutschen Übersetzung von einer gewissen Mariana oder Marianne Frenk. Ohne Erlaubnis, wohlgemerkt. Aber da die Übersetzung schon über fünfzig Jahre alt und der Titel vergriffen ist, nehme ich mir diese Freiheit einfach mal heraus. Im Namen der Kulturförderung und der Völkerverständigung.Und da sich vielleicht der eine oder die andere angeregt fühlen könnte, das Buch zu lesen, hier zwei Links, unter denen eine neuere Übersetzung von Dagmar Ploetz erhältlich ist: Amazon und Managementbuch.
Donnerstag, 20. Oktober 2011
Donnerstag, 15. September 2011
¡Viva México!
Heute ist "El Quince" oder "der Fünfzehnte" und Nationalfeiertag. Vor 201 Jahren hielt Pfarrer Hidalgo in einem Kirchlein bei Quanajuato den Morgengottesdienst vor seinen Mitstreitern, rief zum Schluss "Es lebe Mexiko! Nieder mit den Spaniern!" (oder so ähnlich, die Historiker sind sich da nicht ganz so einig), schnappte sich eine Standarte der Jungfrau von Guadalupe und flitzte auf die Strasse. Damit begann der Kampf um die Unabhängigkeit. Eigentlich hielt er diese Predigt erst am 16., aber der Diktator Porfirio Díaz legte die Feier einen Tag vor, um am Abend seines Geburtstags vom Balkon des Regierungspalastes "Viva México!" rufen und eine Glocke läuten zu dürfen. Seither rufen Präsidenten und Bürgermeister eben schon am Abend des 15. den berühmten Grito.
Freitag, 26. August 2011
Alternative Medizin
Der freundliche Dicke auf dem Foto ist "Dr. Simi". An den Wochenenden tanzt er zu krachenden Salsas und Cumbias vor Apotheken der gleichnamigen Kette. Simi steht für "Similares" und damit für Apotheken, die keine Originalmedikamente verkaufen, sondern "ähnliche Präparate" (wobei unklar ist, ob sich die Ähnlichkeit auf die Inhaltsstoffe, die Wirkung, die Form oder die Farbe der Pillen bezieht). Neben den Apotheken befindet sich ein Raum, in dem ein Arzt seine Sprechstunden abhält. Die Untersuchung kostet 30 Pesos oder knapp 2 Euro und der Arzt verschreibt natürlich die Medikamente von Dr. Simi. Bei dem Tarif fragt man sich allerdings, ob die Ärzte wirklich Mediziner sind, oder nicht auch "Similiares"...
Donnerstag, 3. Februar 2011
Was Mexikaner wirklich nervt
Mitten im Drogenkrieg und im arabischen Frühling gibt es in Mexiko nur ein einziges Thema: In einer Auto- und Proleten-Sendung der englischen BBC wurden Mexikaner als fett, faul und gefrässig bezeichnet. Die Aufregung kannte keine Grenzen. Der mexikanische Botschafter in London hat bereits protestiert, eine Entschuldigung der BBC wird stündlich erwartet. Inzwischen fordert ein Facebook-Mob zum Lynchmord an Engländern auf.
Donnerstag, 6. Januar 2011
Schall und Rauch
Seit Neuestem dienen Zigaretten-schachteln nicht mehr in erster Linie der Verpackung des Rauchwerks, sondern vor allem der Warnung vor demselben. Nach einer Verordnung, die Ende letzten Jahres vom mexikanischen Parlament verabschiedet wurde, müssen die Warnhinweise ganze zwei Drittel der Schachtel bedecken: 30 Prozent der Vorderseite und die komplette Rückseite.Samstag, 16. Oktober 2010
Das Mezzanin Mexikos
»ALS WIR IN XALAPA ANKOMMEN, ist es Nacht. Die Lokomotive hat eine Anstrengung vollbracht, die ich ihr bei ihrem Alter kaum zugetraut hätte. Bebend und dichte Dampf- und Rauchwolken ausstoßend, war sie die steilen Schluchten und Hänge der Sierra Madre Oriental hinaufgekeucht. Vom Balkon des letzten Waggons aus hatten wir eines der beeindruckendsten Schauspiele verfolgt, das die Natur zu bieten hat. Nicht einmal in den Anden, dreitausend Meter über dem Meeresspiegel und in der Einsamkeit der Hochsteppe, hat mir ihre Gewalt derart den Atem stocken lassen. In Mexiko vollbringt die Natur offenbar größere Wunder als anderswo.
Dienstag, 31. August 2010
Umzug
Wenn wir nur auch mit so leichtem Gepäck reisen würden wie diese Schamanen der Huicholes, denen ich vor zwei Jahren in der Nähe von Real de Catorce begegnet bin... Jedes Jahr wandern sie in kleinen Gruppen von den Bergen von Nayarit an der Westküste von Mexiko in die 500 Kilometer entfernt gelegene Wüste von Catorce. In der Wirikuta, wie sie die Gegend nennen, besteigen sie ihren heiligen Berg, um Tatewari, dem "Großvater Feuer" zu huldigen und nebenbei einige Peyotes -- stachellose haluzinogene Kakteen -- einzuwerfen.
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