Irgendwann voriges Jahr habe ich meiner Schwägerin Adriana zusammen mit einem Kilo Kaffee aus Coatepec eine Kaffeemühle in die Stadt mitgebracht. Die Mühle sah recht dekorativ aus, und ganz nebenbei hält der Kaffee ungemahlen das Aroma länger. Aber als ich mich an Weihnachten bei Adriana zum Kaffee eingeladen habe, musste ich feststellen, dass der ohnehin schon unbeschreiblich köstliche Kaffee frisch gemahlen NOCH köstlicher schmeckt. Noch immer fassungslos, habe ich vorige Woche bei meinem Dealer ::Don Avelino:: spontan ungemahlene Kaffeebohnen verlangt und auf dem Nachhauseweg in einem anderen Laden eine Mühle mitgenommen. So eine richtig nostalgische Handmühle. Fehlt nur noch, dass sie "Alles neu macht der Mai" spielt.
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Samstag, 10. März 2012
Samstag, 3. März 2012
¡Cállate, Chachalaca!
Heute morgen um sechs ging plötzlich vor unserem Fenster plötzlich ein furchtbares Gekreische los. Es waren fünf oder sechs Chachalacas (gesprochen tschatschalacka), die regelmäßig durch unseren Garten ziehen. Die fasanengroßen Vögel, zu deutsch Braunflügelguane, haben einen legendär hässlichen Schrei - so hässlich, dass sie den Kanidaten der Linken bei der Präsidentschaftswahl vor sechs Jahren den Sieg gekostet haben.
Dienstag, 14. Februar 2012
El Señor Motmot
Dieser Herr wohnt bei uns im Garten und hat heute morgen lange von draußen auf unseren Frühstückstisch geschaut. Ein stattlicher Knabe, der vom kräftigen Schnabel bis zur tropfenförmigen Schwanzspitze gut 45 Zentimeter misst. Es war natürlich nicht genau dieser Herr, denn ich habe weder die Kamera noch das Händchen, um ihn zu fotografieren. Aber weil ich inzwischen seinen Namen kenne, konnte ich in der Wikipedia ein Foto suchen. Motmot heißt er, oder Momotus momota, wegen des kehligen Rufs, mit dem das Männchen sein Revier markiert. Die deutschen Vogelgucker haben ihm übrigens den Namen "Sägeracke" verpasst -- ein Name, mit dem ich ja nicht durch die Welt fliegen möchte.
Samstag, 21. Januar 2012
Sonntag, 2. Oktober 2011
Sonntag, 11. September 2011
Wie Radfahren
Sieben Jahre in Mexiko waren auch sieben Jahre ohne Fahrrad. In Mexiko-Stadt hätte ich mich nicht im Traum auf die Straße getraut, auch wenn der Bürgermeister auf Umweltschützer macht, Fahrbahnen grün streicht, um zu signalisieren, dass Radfahrer hier Vorfahrt haben (haha) und jeden Sonntagvormittag in einem anderen Stadtteil Straßen sperrt, um die Bürger zum Radeln zu animieren. Aber nachdem wir jetzt schon ein Jahr im Grünen leben, gab es keine Entschuldigung mehr.
Donnerstag, 21. Juli 2011
Ein nächtlicher Gast
Mit dem Regen kommen auch die Schmetterlinge zurück. Seit einigen Wochen schweben die bunt gestreiften und getüpfelten Brüder wieder durch den Garten. Dieser Knabe hier hat sich während eines Wolkenbruchs neulich Abend auf unserer überdachten Terrasse untergestellt. Mit seiner Tarnkappe hätte ich ihn zwischen den Blättern fast nicht gesehen - auf der anderen Seite ist er aufregend braun und weiss gestreift.
Mittwoch, 22. Juni 2011
¡Maracuyazo!
Mit dem Regen kommen die Maracujas: Erst die spektakulären, fast handteller-großen Blüten, dann die leckeren gelben Früchte mit ihren glibbrigen Kernen. Ein riesiger Baum vor unserem Haus ist dicht mit Ranken der Passiflora edulis überwuchert, die seit Anfang Juni blühen und bis Oktober Früchte tragen. Die ersten grünen Maracujas hängen schon in den Zweigen - es sieht ganz so aus, als blüht uns dieses Jahr ein Maracuyazo.
Montag, 23. Mai 2011
Der Regen...
...der letzten Tage hat die Orchideen geöffnet, die Gardenien verhauen und die Wiese zum Blühen gebracht. Ein guter Moment, mit der Kamera in den Garten zu gehen, zumal ich grade keine Lust zum Schreiben habe...
Samstag, 21. Mai 2011
Frisch aufgesetzt
Gestern waren die Knospen noch geschlossen, heute blühen alle Kaffeesträucher im Garten. Wer hätte gedacht, dass ein so schwarzes Getränk mit so weißen Blüten anfängt.
Freitag, 28. Januar 2011
Freitag, 7. Januar 2011
Wieder in Xalapa
Als wir gestern Abend hungrig und müde nach Hause kamen, habe ich sie nicht gesehen. Aber heute Morgen, auf der Treppe in der Sonne, da saß sie plötzlich neben mir.
Wenn ich aufmerksam schaue,
Seh' ich die Nazuna
An der Hecke blühen!
Bashō
Wenn ich aufmerksam schaue,
Seh' ich die Nazuna
An der Hecke blühen!
Bashō
Samstag, 18. Dezember 2010
Samstag, 4. Dezember 2010
Advent
Es war nicht zu vermeiden: Auch hier dräut einmal mehr das Weihnachtsfest. Seit Wochen türmen sich in den Einkaufszentren von Xalapa stockwerkshohe Plastikpyramiden mit blinkenden Lämpchen, liegen bunte und mit weißen Schnipseln bestreute Kartons in den Schaufenstern herum und dudelt in den Supermärkten Jingle Bells, um uns auf unsere frohweihnachtliche Pflichten hinzuweisen. Kaum anders als alle Jahre wieder in Frankfurt, London oder Philadelphia. Mit einem kleinen Unterschied: Dieses Jahr wächst der Weihnachtsschmuck bei uns im Garten.
Dienstag, 23. November 2010
Der Winter kann kommen
Die Bewohner der Pitaya schwärmen von einem argentinischen Architekten, der sich in Coatepec niedergelassen hat. Wie viele unserer neuen Nachbarn in diesem üppig grünen Ortsteil ist er ein so nachdenklicher wie nachhaltiger Mensch, der traditionelle Materialien wiederentdeckt und mit Holz und Ton baut. Aber er entwirft nicht nur Häuser, sondern gestaltet auch Innenräume und hat zum Beispiel einen von den Azteken inspirierten, für jederman erschwinglichen Ofen im Angebot. Dieser Ofen besteht aus einem 35 Zentimeter hohen, umgedrehten Blumentopf aus Ton, in den er mit einer Spezialsäge zwei kreisrunde Löcher mit einem Durchmesser von 12 Zentimetern bohrt: eins vorn zur Befeuerung, eins oben für das tönerne Ofenrohr.
Freitag, 22. Oktober 2010
Jage die letzte Süße
Unter der warmen Sonne der letzten Tagen sind die Bananen täglich voller und praller geworden. Die violette Blüte ist nach und nach vertrocknet und das letzte der riesigen Blätter verwelkt und braun und gelb und zerfleddert abgeknickt. Unter dem Gewicht der Bananen hat sich der schlanke Stamm immer weiter zur Seite geneigt. Es war Zeit. Heute haben wir mit einer Machete die Bananen abgeschlagen und sie umgekehrt unter dem Dach der Terasse aufgehängt, wo sie in den nächsten Tagen ihre letzte Süße erhalten.
Freitag, 24. September 2010
Schmetterlingsheim
"Unverschämte Kerle", sagt Lulú und zeigt auf einen Schmetterling, der am Fenster auf und ab flattert. "Das ganze Haus ist voll davon!"
Nicht nur das Haus, auch der Garten. Riesige himmelblaue, die durch die Bäume schweben. Kleine rot-weiß-schwarze mit Nummernschild. Braune, die aussehen wie Blätter und genauso fallen. Durchsichtige. Honigbraune mit schwarzen Waben. Schwarz-orange getigerte mit Hörnchen. Leuchtendgelbe mit schwarz geränderten Flügeln. Das einzig unverschämte an den Kerlen ist, dass sie so selten stillsitzen und sich ordentlich fotografieren lassen.
Nicht nur das Haus, auch der Garten. Riesige himmelblaue, die durch die Bäume schweben. Kleine rot-weiß-schwarze mit Nummernschild. Braune, die aussehen wie Blätter und genauso fallen. Durchsichtige. Honigbraune mit schwarzen Waben. Schwarz-orange getigerte mit Hörnchen. Leuchtendgelbe mit schwarz geränderten Flügeln. Das einzig unverschämte an den Kerlen ist, dass sie so selten stillsitzen und sich ordentlich fotografieren lassen.
Montag, 6. September 2010
Etwas Warmes braucht der Mensch
Warum bei diesem fiesen Dauerregen nicht mal ein Caldo Tlalpeño.
4 Karotten
2 Zuchini
2 Chayotes
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Handvoll Korianderblätter
1 Schote Chili Chipotle (eingelegt)
Salz
Zutaten für 4 Personen:
4 Hähnchenschenkel4 Karotten
2 Zuchini
2 Chayotes
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Handvoll Korianderblätter
1 Schote Chili Chipotle (eingelegt)
Salz
Sonntag, 5. September 2010
Ein erster sinnlicher Eindruck...
...aus unserem neuen Haus sind die Maracujas, die wir jeden Tag im Garten finden. In einem großen Baum neben dem Haus rankt sich eine endlose Maracuja-Winde, und gestern und vorgestern haben wir im Laufe eines Tages je ein gutes Dutzend der gelben, stopfeigroßen Früchte vom Boden aufgesammelt. Das ist mehr, als wir essen können, und nun futtern wir Früh, Mittag und Abend Maracujas. Das Esserlebnis ist gewöhnungsbedürftig: Rein optisch ist das Fruchtfleisch knapp an der Ekelgrenze, die dunklen Kerne in ihrem gelben Glibber erinnern eher an Froschlaich als an Obst. Aber der Geschmack entschädigt.
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