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Mittwoch, 6. Juni 2012

Wovon leben?

Es gibt durchaus Formen des Broterwerbs, zu denen keine Wälder gerodet werden müssen. In Playa Hermosa und einigen umliegenden Weilern gehen die Bewohner zum Beispiel der Strandfischerei nach. Es handelt sich um eine besondere Form des kollektiven Fischfangs, die früher offenbar in ganz Mexiko verbreitet war und heute nur noch in wenigen Regionen praktiziert wird. Morgens wird das Netz ausgelegt und nachmittags von den Dorfbewohnern gemeinsam eingeholt. Das Netz gehört einem der Fischer, der den Fang mit nach Hause nimmt und ein paar Fische unter die Helfer verteilt. Am nächsten Tag wird das Netz eines anderen Fischers ausgelegt, und so weiter, bis jeder mal dran war.

Dienstag, 5. Juni 2012

Leben im Paradies

"Wir haben hier keinen Handyempfang, kein Telefon, kein Internet, keinen Arzt, und das nächste Krankenhaus ist eine Stunde entfernt." So beschreibt uns Marcela Krauss das Leben in Playa Hermosa, dem "schönen Strand". Für Urlauber wie uns klingt das idyllisch, aber für die Menschen in der Gegend ist es alles andere als das. Deshalb ist unsere neue Bekannte gerade dabei, eine Initiative zu gründen, um Ersthelfer und vielleicht sogar Hebammen auszubilden. Dafür gibt es theoretisch Geld vom Staat, aber sie schlägt sich seit sechs Jahren mit den Auflagen der Bürokratie herum, die der Gründung einer gemeinnützigen Vereinigung unüberwindliche Hürden in den Weg legt.

Sonntag, 3. Juni 2012

Wasser ist Leben

Wenn man schon mal am Meer ist, dann will man auch drin schwimmen. Aber wenn meterhohe Wellen über eine Bucht rollen, dann sollte man sich vielleicht nach Alternativen umsehen. Deshalb sind wir an unserem ersten Tag in Playa Hermosa in einem der vielen Wildbäche der Gegend schwimmen gegangen und haben danach einen Ausflug zu einem Wasserfall unternommen. Die schweißtreibende Kletterei durch den Urwald hat unseren Tatendrang für den Tag allerdings schnell gestillt und wir haben die Hitze mit Cheladas -- eiskaltes Bier mit frischem Zitronensaft und Salz -- bekämpft.

Donnerstag, 31. Mai 2012

Fauna und Fotografie

Ich würde ja nun gern ein paar Bilder von der wunderbaren Fauna der Tuxtlas präsentieren. Doch für dilletantische Fotografen wie mich hat die Tier- gegenüber der Pflanzenwelt einen ganz entscheidenden Nachteil: Sie hat Beine oder Flügel. Die lieben Tierchen sind ja an sich schon schwer genug zu entdecken (ich sehe sie ja nicht mal, wenn sie mir am Knöchel kleben und mir gemütlich das Blut aus den Adern saugen), aber wenn ich sie denn mal sehe, sind sie davongehopst oder -geflattert, ehe ich die Kamera aus der Hosentasche gezogen und eingeschaltet habe. Zum Glück gab es in den Tuxtlas einige Tiere, die träge genug waren, um sich von mir fotografieren zu lassen.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Los Tuxtlas

Auf unserer zweiten Station hatten wir nicht nur einen Swimmingpool für uns allein, sondern gleich eine ganze Bucht. Von Veracruz aus fuhren wir am Donnerstag weiter in die Tuxtlas, ein kleines Gebirge an der Golfküste. In einem Örtchen namens Playa Hermosa fanden wir ein hübsches Zimmer auf einem Felsen über dem Strand. Es war buchstäblich nicht mehr als Bett, Bad, Balkon und Brandung. Ach ja, und eine Hängematte mit Blick auf die Bucht.