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Sonntag, 22. Januar 2012

Mega-Download

Während Kim "El Dotcom" Schmitz im Knast sitzt, weil über seinen Online-Dienst Megaupload ein paar Filme getauscht wurden, steht Diego an der Hauptstraße von Coatepec und verkauft raubkopierte Videos. An seinem fünf Meter langen Stand hat er Hunderte Filme im Angebot, darunter einige, die gerade erst im Kino angelaufen sind. Mit 30 Pesos (2 Euro) kostete die DVD etwa die Hälfte einer Kinokarte und ein Viertel einer Original-DVD. Die Filme sind nicht immer Spitzenqualität, viele Raubkopien werden heimlich von Vorführern im Kinosaal aufgenommen, die Bilder sind verschwommen, der Ton blechern, im Hintergrund rattert das Vorführgerät. Aber für viele Familien, die am Tag mit 10 Euro oder weniger auskommen müssen (etwa die Hälfte der Bevölkerung), ist das die einzige Möglichkeit, neue Filme zu sehen.

Donnerstag, 1. Dezember 2011

Der Kaffee ist fertig


In den Bergen um Coatepec, Xico und Cosautlán ist die Kaffee-Ernte in vollem Gange. Ich hatte überlegt, dieses Jahr ein bisschen mit zu ernten -- wenn ich nur nicht so träge wäre... Ich setze mich lieber nachher ins Café Bola de Oro und gönne mir einen Milchkaffee.

Montag, 24. Oktober 2011

Orchideen und Zucker

Coatepec steht nicht nur für Kaffee und Zucker, sondern auch für Orchideen. Von den 1200 in Mexiko vorkommenden Arten wächst etwa ein Viertel im Nebelwald um Coatapec. Viele Nachbarn in der Pitaya haben Orchideen im Garten. Vor einigen Monaten hat der Orchideen-Sammler Isaías Contreras Juárez seine private Sammlung für ein breites Publikum geöffnet und das erste Orchideen-Museum des Landes geschaffen. Wer nach Coatapec kommt, sollte unbedingt im Jardín de Orquideas vorbeischauen.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Chuchumbé!

Gestern Abend haben wir im Café Al Andalus die Son-Salsa-Gruppe Recoveco aus Xalapa mit ihrem neuen Programm gehört. Nachdem die Jungs ungefähr zehnmal darauf hingewiesen haben, dass sie neulich ihre erste CD aufgenommen haben, habe ich es auch mitbekommen, mir eine mitgenommen und auf dem Nachhauseweg im Auto gleich weitergetanzt.


Montag, 3. Oktober 2011

Im Nebelwald

Vergangenen Sonntag waren wir wieder im Nebelwald unterwegs, diesmal auf 2300 Metern. Wie wir mit dem Chevy über die steile Schotterpiste zum Ausgangspunkt unserer Wanderung in El Zapotal gekommen sind, kann ich mir selbst nicht erklären. Ein Führer aus dem Dorf hat uns über Trampelpfade zu einem spektakulären Wasserfall geführt. Angeblich kann man in dem kleinen See unter dem Wasserfall auch schwimmen, aber für meinen Geschmack hatte die Dusche ein bisschen viel Druck. Nass geworden sind wir aber auch so -- in der Gischt des Wasserfalls..

Freue dich, s' Christkind...

  

Samstag, 1. Oktober 2011

Kaffee und Nachhaltigkeit

Am Mittwoch war ich in Coatepec, um mich bei ::Don Avelino::, dem besten Kaffeeröster der Gegend, mit Kaffee einzudecken. Während er den Kaffee mahlte, erzählte ich ihm von Tim Flannerys Buch, das ich im Frühjahr übersetzt habe und das gerade erschienen ist.
    Darauf fragte er mich in seiner unnachahmlichen Art: "Kannst du mir einen Gefallen tun? Wenn du Zeit hast, kannst du mir deine Position zur Nachhaltigkeit erläutern?"
    Natürlich hatte ich Zeit, denn Lulú war beim Friseur. Also machte er mir einen café espres, setzte sich zu mir und fragte mich jetzt etwas konkreter: "Die Politiker reden dauernd von Nachhaltigkeit -- aber was ist das?"
    Ich musste eine Weile überlegen: "Wenn man zurückgibt, was man bekommt."* Und so kamen wir einmal mehr auf den Kaffee zu sprechen.

Freitag, 30. September 2011

Der Schutzpatron der Übersetzer

Heute ist der Tag des Heiligen Hieronimus, des Schutzpatrons der Übersetzer, der hierzulande San Jerónimo heißt. Und genau dieser San Jerónimo ist zufällig der Patron unserer neuen Heimatstadt Coatepec (das Bild ist das Bleiglasfenster über dem Eingang der Kirche) und wird mit Umzügen, Prozessionen, Messen und einem üppigen Kulturprogramm mit viel Musik gefeiert. Literatur oder Übersetzer habe ich im Programmheft leider nicht entdecken können, aber man kann schließlich nicht alles haben. Ich finde es jedenfalls sehr beruhigend, in Rufweite meines Schutzpatrons zu leben.

Freitag, 1. Juli 2011

A wie Arlene

Der erste tropische Sturm des Jahres hat zwar kaum Wind gebracht, dafür umso mehr Wasser. In den letzten 72 Stunden hatten wir einen gefühlten halben Meter Niederschlag. Gestern Abend war der Regen so heftig, dass es das Wasser zu den Dachfenstern hereingedrückt hat. Da wir heute Morgen keinen Strom hatten und an arbeiten nicht zu denken war, habe ich mir während einer kurzen Regenpause ein wenig die Beine vertreten und dieses Foto von unserer Brücke gemacht (oder von dem, was noch von ihr zu sehen ist, nämlich zwei Wellen).

Samstag, 4. Juni 2011

Postkarte aus Coatepec

Obwohl Coatepec kaum fünf Kilometer entfernt liegt und wir fast jeden Samstag zum Einkaufen dorthin fahren, habe ich es bislang nicht geschafft, die Kamera mitzunehmen und ein paar Fotos zu machen. Das habe ich heute nachgeholt.
    Coatepec liegt zehn Kilometer südlich von Xalapa, und obwohl wir ziemlich genau in der Mitte zwischen beiden wohnen, sind wir streng genommen keine Xalapeños mehr, sondern Coatepecanos.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Der Gott des Kaffees

Ich versuche besser erst gar nicht, den Geschmack des Kaffees in dieser Tüte zu beschreiben. Es hätte sowieso keinen Zweck: Er kommt aus einer anderen Dimension und ist mit nichts vergleichbar, schon gar nicht mit anderem Kaffee. Vor drei Stunden habe ich in Coatepec ein halbes Kilo gekauft, und während ich jetzt am Rechner sitze und schreibe, bekomme ich schier Haluzinationen von dem Duft, der inzwischen im ganzen Haus hängt. (Vermutlich lächelt Ihr jetzt wissend, meine lieben Frankfurter Wacker-Freunde. Doch Ihr irrt: Ihr ahnt nicht einmal, wovon ich rede.) Die Bohnen stammen von den Hängen um Coatepec und geröstet hat sie ein Mann namens Avelino Hernández. Don Avelino, ein angegrautes Männchen mit Schnauzbart und gestreiftem Hemd, ist der Gott des Kaffees.

Sonntag, 16. Januar 2011

Der beste Kaffee Mexikos

kommt angeblich aus der Region um Xalapa, oder besser Coatepec, am Fuße des Cofre de Perote. Seit Ende Dezember ist Erntezeit; in Xico ist der Kaffee angeblich schon komplett abgeerntet, bei uns im Garten werden aber gerade erst die ersten Beeren reif. Zum Glück gibt es den Kaffee das ganze Jahr in den Läden und Cafés der Kaffee-Röstereien der Region. Das Kaffeetischchen auf dem Foto steht in einem Café von Bola de Oro, einer der größten Haciendas der Region, die vielleicht den besten der besten Kaffees herstellt (wenn da überhaupt noch Steigerungen möglich sind).

Dienstag, 22. Juni 2010

Kaffee und Schlaf

Die Region um Coatepec ist eine der bekanntesten Kaffeeanbauregionen der Welt. In einer Höhe von 1100 bis 1500 Metern wird vor allem die Sorte Arabica angebaut. Am Samstag haben wir im Museum einer Hacienda in Coatepec eine Führung mitgemacht und uns die Kaffeeproduktion vorführen lassen.
   Das Ding auf dem Foto ist übrigens ein Kaffeeröstmaschinchen, wie es in Coatepec und Xalapa in vielen Cafés steht. Je nachdem, wie dunkel bzw bitter der Kaffee sein soll, werden die Bohnen -- gut 10 Kilo -- bei 110 bis 140 Grad acht Minuten lang geröstet, dann gemahlen und sofort aufgebrüht. Frischer gehts nimmer, Herr D.