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Mittwoch, 20. April 2011

Ostern in Malinalco

In der Karwoche verwandelt sich Malinalco in ein Passionsspiel, an dem das ganze Dorf teilnimmt. Am Palmsonntag schlagen römische Soldaten im Kirchhof ihr Lager auf und stehen Tag und Nacht vor den Eingängen Wache. Am Gründonnerstag wird die Wiese vor dem nördlichen Seiteneingang der Kirche zum Garten Getsemaneh. Es ist wie Fasching.

Samstag, 16. April 2011

Die Juden von Malinalco

Als ich in der Woche vor Palmsonntag bei Felix vorbeischaue, ist sein vierzehnjähriger Neffe Alejandro da, ein schüchterner, schmaler Junge, der die ganze Zeit über kein Wort spricht und mich nicht ansieht. Wenig später kommt Felix' Freundin Vanessa mit einem Paket unter dem Arm herein.
    "Schauen wir mal, ob er dir gefällt!"
    Sie schlägt das Papier auf, holt einen weinroten Samtumhang heraus und hält ihn hoch. Er ist mit goldenen Pailletten bestickt und trägt das Bild eines Totenkopfs, aus dem dicke Grashalme sprießen - das Wappen von Malinalco. Der Junge strahlt.
    "Danke, Vane!"
    "Und die anderen Sachen sind fertig? Die Sandalen?"
    Alejandro nickt.
    "Dann ist ja alles klar für Sonntag!"
    Nachdem der Junge mit dem Paket unterm Arm zur Tür hinaus ist, erklärt mir Vane: "Ich bin die Umhang-Patin." Und als sie meinen fragenden Blick sieht, fügt sie hinzu: "Alejandro ist Jude."

Donnerstag, 14. April 2011

Das Geheimnis des Osterfests

Als ich über den Marktplatz von Malinalco nach Hause ging, kam mir eine kleine Gruppe von Jungen mit Trommeln, Flöten und Trompeten entgegen. Die Trommler trommelten und die Flöter flöteten durcheinander, ohne Rhythmus und Melodie, so als hätten sie ihre Instrumente zum ersten Mal in der Hand. Und die Trompetenstöße der Trompeter erinnerten mich an Elefanten: Tiiitetota! Tiiiiitetota! Rasch liefen sie an mir vorbei und verschwanden in einer Gasse.
    Während ich wenig später in der Küche stand und Chilischoten und Zwiebeln hackte, hörte ich sie wieder, wie sie durch die Gasse vor dem Haus marschierten. Tiiitetota! Tiiiiitetota! untermalt vom bedrohlich klingenden Getrommel und wirren Geflöte.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Der Ausgehtipp

Am kommenden Samstag um 19:00 eröffnet unser Freund Felix Monrroy in der Casa de Cultura von Malinalco seine Werkschau mit dem Titel "Camino de Luz". Wer am Wochenende noch nichts vorhat, dem sei die Vernissage wärmstens ans Herz gelegt. (Eine Anfahrtskizze findet Ihr unten.)