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Donnerstag, 14. April 2011

Das Geheimnis des Osterfests

Als ich über den Marktplatz von Malinalco nach Hause ging, kam mir eine kleine Gruppe von Jungen mit Trommeln, Flöten und Trompeten entgegen. Die Trommler trommelten und die Flöter flöteten durcheinander, ohne Rhythmus und Melodie, so als hätten sie ihre Instrumente zum ersten Mal in der Hand. Und die Trompetenstöße der Trompeter erinnerten mich an Elefanten: Tiiitetota! Tiiiiitetota! Rasch liefen sie an mir vorbei und verschwanden in einer Gasse.
    Während ich wenig später in der Küche stand und Chilischoten und Zwiebeln hackte, hörte ich sie wieder, wie sie durch die Gasse vor dem Haus marschierten. Tiiitetota! Tiiiiitetota! untermalt vom bedrohlich klingenden Getrommel und wirren Geflöte.
    "Hör mal, Lulú!" rief ich. Wir rannten nach draußen und schauten zum Hoftor hinaus, aber das Grüppchen verschwand gerade um die Ecke.
    Beim Essen hörten wir sie wieder, diesmal hinter dem Haus. Den ganzen Nachmittag und den ganzen Abend hörten wir die Elefanten aus den umliegenden Gassen. Irgendwann fiel es mir dann ein. Es war ja Faschingsdienstag!
    "Das ist bestimmt so eine Art Winteraustreibung", folgerte ich messerscharf. "Die marschieren durch jede Gasse, um die bösen Geister zu vertreiben. Wie in Basel."
    Als ich das Getute am Aschermittwoch wieder hörte, kamen mir allerdings Zweifel. Ich saß im Wohnzimmer meines Freundes Felix, das wie alle Wohnzimmer in den alten Häuschen von Malinalco direkt auf die Straße geht. Wir tranken ein Bier und unterhielten uns, als es draußen plötzlich wieder losging: Tiiitetota! Tiiiiitetota!
    Ich ging zur Tür und sah hinaus. Auf der Straße ging eine Gruppe trommelnder und tutender Jugendlicher vorbei. Sie war deutlich größer als am Vortag, und diesmal sah ich auch ein paar Mädchen.
    "Wer sind die?" fragte ich. "Ist Fasching nicht vorbei?"
    "Ach, das sind die Juden", sagte Felix, ohne sich vom Sofa zu bemühen.

Juden? Im erzkatholischen Malinalco? Das kam mir komisch vor. Was es damit auf sich hat, klären wir beim nächsten Mal. (Ich wollte schon immer mal einen cliffhanger schreiben, harharhar.)

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