archivo

Posts mit dem Label Policíaca werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Policíaca werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 3. September 2011

Postkarte aus dem Drogenkrieg 2

Keine Soldaten mehr
© La Otra División Del Norte
Den folgenden Text schrieb der mexikanische Dichter Efraín Bartolomé, zwei Stunden nachdem er in seinem Haus überfallen wurde, und stellte ihn bei Facebook ein. Innerhalb weniger Stunden machte er die Runde, gelangte in die Presse und brachte Regierung und Staatsanwaltschaft in Verlegenheit, denen im Zusammenhang mit dem "Drogenkrieg" schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen werden. Es ist ein erstaunliches Dokument, vor allem wenn man bedenkt, unter welchen Umständen es verfasst wurde.
    Ich danke dem Autor für die Genehmigung, seinen Text übersetzen und hier wiedergeben zu dürfen.

Donnerstag, 1. September 2011

Postkarte aus dem Drogenkrieg

    Das Telefon klingelt und ich schieße aus dem Bett. Am Apparat ist mein Schwiegervater aus Mexiko-Stadt. Was denn in Xalapa los sei, will er wissen.
    "Wieso?" frage ich.
    "Was, wieso? Sag mir nicht, dass du es nicht weißt?" Er ist außer sich. "In Xalapa hat es eine Schießerei zwischen dem Militär und den Zetas gegeben! Bekommt ihr denn gar nichts mit?"
    Ich lege mich wieder ins Bett. "Dein Vater macht sich Sorgen", sage ich zu Lulú. "Die Zetas haben Xalapa übernommen und wir sollen auf keinen Fall vor die Tür gehen. Als ob wir in Ciudad Juárez leben."
    Nach dem Frühstück suche ich auf der Internetseite des Diario de Xalapa, was wirklich passiert ist. Tatsächlich, es hat eine Schießerei gegeben.

Samstag, 6. August 2011

What's wrong with Mexico?

Diesen Vortrag hat die mexikanische Politologin und CNN-Kommentatorin Denise Dresser zwar schon vor zwei Jahren an der UC Berkeley gehalten, er hat jedoch leider an Aktualität eher noch gewonnen. Der Drogenkrieg ist gescheitert, die Demokratisierung ist nie über erste Ansätze hinausgekommen, und die einstige Staatspartei PRI ist unreformiert wieder auf dem Vormarsch.
    In der ::Wikipedia:: gibt es übrigens einen kurzen Artikel zu Denise Dresser.

Sonntag, 27. März 2011

Xalapa bei Nacht

Eigentlich will ich ja nicht über Verbrechen und Korruption in Mexiko schreiben. Aus Prinzip nicht, und weil die deutsche Online-Journaille sowieso schon ausführlichst über die Gräuel in Mexiko berichtet, weshalb bestens bekannt ist, dass in Mexiko das Blut in den Straßen fließt, während sich die korrupte Polizei mit den Drogenbanden verbrüdert. Aber da der Spiegel natürlich längst nicht alles im Blick hat, muss ich nun doch mit einem knallharten Tatsachenbericht in die Bresche springen und schonungslos die Wahrheit über das Unwesen der Korruption in Xalapa enthüllen.

Donnerstag, 24. März 2011

Lydia Cacho

In Mexiko ist die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Lydia Cacho auch Menschen ein Begriff, die keine Zeitung in die Hand nehmen. Hier und im Ausland ist sie mit Preisen regelrecht überhäuft worden. Allerdings ist sie über den Rummel um ihre Person keineswegs beglückt, denn er behindert ihre Recherche und lenkt von ihrem Thema ab. Ihr Thema, das ist die Versklavung von Frauen und Kindern zum Zweck der sexuellen Ausbeutung: Menschenhandel, Zwangsprostitution, Kinderpornographie und das organisierte Verbrechen, in Mexiko und in aller Welt. Anfang März erschien bei S. Fischer mit Sklaverei: Im Inneren des Milliardengeschäfts Menschenhandel ihr erstes Buch in deutscher Sprache, heute stellt sie es zusammen mit Günther Wallraff auf der litCologne in Köln vor.

Samstag, 5. März 2011

Schuldig bis zum Beweis der Unschuld


"Der Film, den ganz Mexiko sehen muss!"

"Auf den Punkt, bewegend, hervorragend erzählt. Lässt das Schlimmste befürchten und das Beste hoffen."
Carlos Loret de Mola

Mittwoch, 21. Juli 2010

Freunde und Helfer

Es war ein leichter Unfall. Auf der Umgehungsstraße um Xalapa mischte sich der Feierabend- in den Durchgangsverkehr, in einer Kurve stockte es, und der schwarze Pickup mit den vespiegelten Scheiben fuhr auf mein Taxi auf. Es tat einen leichten Rumms, mein Kopf nickte einmal vor, einmal zurück, und einmal an die Decke des Wagens. Der Taxifahrer hielt sich den Nacken, rief die Zentrale an und stieg aus.
     Der Fahrer des Pickup, ein unsympatischer Mittfünfziger mit zurückgegeltem Haar und Oberlippenbärtchen, stand schon auf der Straße und ging auf den Taxifahrer zu. "Ist doch alles nicht so schlimm, Amigo, das kann man doch alles regeln..." Der Taxifahrer ging gar nicht darauf ein und telefonierte -- es war nicht sein Taxi, der Fahrer des Pickup war offensichtlich nicht versichert, und er wollte nicht auf dem Schaden sitzenbleiben. Es dauerte nicht lange, und ein Polizeiwagen fuhr vor.

Sonntag, 4. Juli 2010

Wie man eine Wahl gewinnt

Am 4. Juli sind Wahlen in Veracruz. Gewählt werden Gouverneur, Parlament und Bürgermeister. Veracruz ist fest in der Hand der PRI, der Partei der Institutionalisierten Revolution, die Mexiko zwischen 1930 und 2000 regierte, und die PRI wird sich den Staat nicht nehmen lassen. Eine Wahl gewinnt man natürlich nicht einfach so, dazu gehört eine Menge Arbeit und der Einsatz aller Kräfte. Zum breit gefächerten Repertoire der Wahlsieger gehört unter anderem der Stimmenkauf. Ich habe mich immer gefragt, wie das funktionieren kann.

Montag, 14. Juni 2010

With a little help from my friends

Wenn man in der deutschen Presse etwas über Mexiko liest, dann über den Drogenhandel. Und wenn man etwas über den Drogenhandel liest, dann zum Beispiel, dass in der Nähe von Taxco ein Massengrab mit 55 Leichen gefunden wurde. Das hat natürlich seinen Unterhaltungswert. Viel spannender ist aber etwas ganz anderes, nämlich die vorbildliche Zusammenarbeit von Politikern, Behörden und Drogenbanden. Ein Beispiel dafür, warum Organisation das halbe Leben ist, und warum nichts über ein paar gute Freunde geht.