Am 15. September hat Anonymous die Server der mexikanischen Regierung angegriffen und mit einer Spam-Attacke lahmgelegt. Die Seiten von zahlrreichen Ministerien und Behörden waren nicht erreichbar, die Website des Präsidenten konnte den Grito nicht ausstrahlen. Das war die Botschaft, mit der Anonymous den Angriff ankündigte und rechtfertigte:
Bürger Mexikos,
geben Sie mir ein paar Minuten, um über Ihr Land zu sprechen. Mexiko ist eines der schönsten Länder der Erde, die Schätze seiner Natur und Kultur wir nur von der Schönheit seiner Menschen übertroffen. Leider durchlebt das Land heute einen der verzweifeltsten Momente seiner Geschichte.
Die Regierung hat vergessen, dass Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit mehr sind als leere Wahlslogans. Mit Hilfe der Vereinigten Staaten hat sie einen Krieg von Mexikanern gegen Mexikaner begonnen, der das ganze Land mit Angst und Gewalt erfüllt. Sie finanziert einen langen und grausamen Krieg, der beinahe 51.000 Mexikaner das Leben gekostet hat, während 46 Prozent oder fast die Hälfte der Bevölkerung in extremer Armut lebt. Es gibt Waffen, aber kein Essen. Es gibt Unsicherheit, aber keine Bildung. Dieses Jahr erhielt die Hälfte der Jugendlichen, die an einer staatlichen Universität studieren wollte, keinen Studienplatz. Viele wollen in die USA auswandern, aber dort sind unsere Brüder nicht willkommen und sind dem Rassismus, Diskrimierung und Erniedrigungen ausgesetzt. Doch die Politiker sehen nur tatenlos zu und schwingen patriotische Sonntagsreden.
Es steht nicht gut um Mexiko. Es gibt Grausamkeit, Intoleranz und Unterdrückung, Menschen werden ohne Prozess eingesperrt, im Krieg gelten die Menschenrechte nicht mehr. Das Land zerrinnt uns zwischen den Fingern.
An dieser Situation haben einige mehr Schuld als andere und werden Rechenschaft ablegen müssen. Aber wenn wir einen Schuldigen suchen, müssen wir nur in den Spiegel sehen. Wir können nicht länger apathisch zusehen, während das Land Hoffnung braucht und die Unabhängigkeit einfordern muss, die einige wahrhaft mutige Männer erkämpft haben...
Anonymous ist nicht auf Seiten der Drogenbanden. Doch wir fordern Taktiken, die das Leben der Mexikaner nicht gefährden. Wir fordern, dass die Menschenrechte respektiert werden und dass niemand aus Notwendigkeit zur Waffe greifen muss.
Unsere Regierung hat die Stimme des Volkes vergessen. Deshalb wird es lauter sprechen, als es seit langem gesprochen hat. Mexiko gehört weder den Poltikern noch den Unternehmern. Mexiko gehört allen, die in diesem Land leben, die es lieben und hier arbeiten. Mexiko gehört den Mexikanern und wir wollen, dass dieses Land frei und in Frieden lebt. Wenn an diesem 15. September diese angebliche Freiheit gefeiert wird, erhebt Anonymous seine Stimme. Wir werden ein Konzert zu Ehren der Gerechtigkeit geniessen, zu Ehren der Ferien, die sie scheinbar nimmt, und zu Ehren des Hochstaplers, der sie vertritt. Die Vorführung beginnt.
Wir sind Anonymous. Wir sind Legion. Wir vergeben nicht. Wir vergessen nicht. Wir hoffen.
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