Ein Gewerbe ist in der Altstadt von Puebla noch häufiger vertreten als der Seelenhandel: die Süßwarenläden. Obwohl die beiden verwandt sind. Die katholische Kirche hat Mexiko nämlich nicht nur das Kreuz und die Inquisition gebracht, sondern auch jede Menge Süßigkeiten. Und die sind so lecker, dass man der Kirche ihre Verbrechen fast verzeihen möchte. Um sich ein paar Pesos dazu zu verdienen, kneteten, kochten und buken die Nonnen das Klosters Santa Clara Leckereien aus Zucker und einheimischen Früchten und verkauften sie an die Haushalte der reichen Criollos und Gachupines der Stadt.
In den Aberdutzenden von Läden, die sich in der Calle 6 oder der 5 de Mayo aneinanderreihen, an den Ständen des Kunsthandwerksmarktes, in Schreibwarenläden, in Supermärkten, sogar an den Mautstationen der Autobahn, buchstäblich überall werden bis heute dieselben handgefertigten Süßigkeiten verkauft: kandierte Früchte, glorias, cocadas, tortitas de Santa Clara, camotes, dulce de leche, jamoncillo, Marzipane, cajetas, merengues, mueganos, palanquetas, gaznates, rompopes, alegrias, sevillanas... die deutsche Sprache reicht hinten und vorn nicht aus für die ganzen Plombenzieher.





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