die strikte Trennung von Kirche und Staat vorschreibt und religiöse Symbole aus öffentlichen Gebäuden verbannt – dafür hat sie vor der Tür umso üppigere Altäre. La Virgencita – das Jungfrauchen, wie die Mexikaner sie liebevoll nennen – ist die Patronin der Stierkämpfer, die vor jedem Auftritt an einem Altar der Arena beten und beim Kampf ihr Amulett bei sich tragen. Sie ist die Beschützerin der Bus- und Taxifahrer, die sich ihr Bild an den Rückspiegel hängen oder auf das Armaturenbrett kleben und an ihrem Stand einen Altar aufbauen. Die mexikanische Fußballnationalmannschaft besucht vor wichtigen Turnieren geschlossen einen Gottesdienst in der Basilika und bittet vor dem Anpfiff in der Kabine um ihren Beistand. Von unserem Spaziergang durch die Pitaya habe ich diese drei Bilder mitgebracht.archivo
Sonntag, 12. Dezember 2010
Kinder der Guadalupe
Mexiko ist das Land der Jungfrau von Guadalupe, weshalb man buchstäblich auf Schritt und Tritt über sie stolpert. Mexikaner sind Kinder der Guadalupe: Sie werden unter ihrem Bild gezeugt, geboren, getauft, verheiratet und beigesetzt -- und alles andere dazwischen findet auch unter ihrem Blick statt. In den meisten mexikanischen Haushalten steht irgendwo ein Marienaltar, der liebevoll mit Heiligenbildchen, Kerzen, Papierfähnchen und Blumen geschmückt wird. Viele Mexikaner kleben sich ein gekacheltes Marienbild an die Hauswand oder stellen eine Marienfigur in eine Nische neben dem Eingang, um die Bewohner des Hauses zu schützen. In jedem Bergwerk, jeder Fabrik, jeder Markthalle, jedem Flughafen, jedem Krankenhaus, jedem Busbahnhof, jedem Parkhaus und angeblich auch in jedem Puff hat sie einen reich geschmückten Altar. An jeder Imbissbude, an jedem Blumenstand und in jedem Krämerladen klebt irgendwo ein Marienbildchen. In den Schulen und Gerichten fehlen die Altäre nur, weil die Verfassung
die strikte Trennung von Kirche und Staat vorschreibt und religiöse Symbole aus öffentlichen Gebäuden verbannt – dafür hat sie vor der Tür umso üppigere Altäre. La Virgencita – das Jungfrauchen, wie die Mexikaner sie liebevoll nennen – ist die Patronin der Stierkämpfer, die vor jedem Auftritt an einem Altar der Arena beten und beim Kampf ihr Amulett bei sich tragen. Sie ist die Beschützerin der Bus- und Taxifahrer, die sich ihr Bild an den Rückspiegel hängen oder auf das Armaturenbrett kleben und an ihrem Stand einen Altar aufbauen. Die mexikanische Fußballnationalmannschaft besucht vor wichtigen Turnieren geschlossen einen Gottesdienst in der Basilika und bittet vor dem Anpfiff in der Kabine um ihren Beistand. Von unserem Spaziergang durch die Pitaya habe ich diese drei Bilder mitgebracht.
die strikte Trennung von Kirche und Staat vorschreibt und religiöse Symbole aus öffentlichen Gebäuden verbannt – dafür hat sie vor der Tür umso üppigere Altäre. La Virgencita – das Jungfrauchen, wie die Mexikaner sie liebevoll nennen – ist die Patronin der Stierkämpfer, die vor jedem Auftritt an einem Altar der Arena beten und beim Kampf ihr Amulett bei sich tragen. Sie ist die Beschützerin der Bus- und Taxifahrer, die sich ihr Bild an den Rückspiegel hängen oder auf das Armaturenbrett kleben und an ihrem Stand einen Altar aufbauen. Die mexikanische Fußballnationalmannschaft besucht vor wichtigen Turnieren geschlossen einen Gottesdienst in der Basilika und bittet vor dem Anpfiff in der Kabine um ihren Beistand. Von unserem Spaziergang durch die Pitaya habe ich diese drei Bilder mitgebracht.
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