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Samstag, 30. Oktober 2010

Tag der Toten

»DIE TOTENSCHÄDEL AUS ZUCKER oder Seidenpapier, die Skelette, die im Feuerwerk leuchten, und unsere volkstümlichen Darstellungen, die das Leben verspotten, bezeugen die Nichtigkeit und Belanglosigkeit des menschlichen Daseins. Wir schmücken unsere Häuser mit Totenschädeln, wir essen am Totensonntag Brot in Form von Knochen, wir amüsieren uns mit Liedern und Schwänken, aus denen der kahle Tod grinst. Doch all diese großtuerische Vertraulichkeit mit ihm enthebt uns nicht der Frage: Was ist der Tod eigentlich? Darauf haben wir keine Antwort, und jedesmal, wenn wir sie uns stellen, zucken wir die Achseln: 'Was geht mich der Tod an, wenn mich das Leben nichts angeht?'«
aus: Octavio Paz, Das Labyrinth der Einsamkeit (übers. v. Carl Heupel).

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