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Sonntag, 20. Juni 2010

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Als im vergangenen Juli klar war, dass wir nach Xalapa ziehen würden, hatten wir genau zweieinhalb Tage Zeit, um eine Wohnung zu finden. Weil das verdammt wenig war, haben wir uns von Maklern durch Xalapa und das benachbarte Coatepec kutschieren und ein Dutzend Wohnungen und Häuser zeigen lassen. Eine kleine Vorstadtsiedlung am Waldrand, zwanzig Minuten vom Zentrum von Xalapa, hat uns spontan gut gefallen. Die Reihenhäuser waren klein und bunt, und über die Dächer ragten dichte Baumkronen. So wenig wir vom Wald hatten, weil uns Zäune den Weg versperrten und das Dickicht unüberwindlich war, er war einer der Gründe, aus denen wir uns für unser Häuschen entschieden haben.

Vor einem Monat kamen die Bagger. Zunächst haben sie eine Schneise in den Wald getrieben und eine Zufahrtsstraße planiert, dann das dichte Unterholz herausgerissen. Vorige Woche haben sie die Bäume umgedrückt, und ein Mann und sein zehnjähriger Sohn haben sie an Ort und Stelle mit Motorsägen zu Balken verarbeitet. Zwei Bäume stehen noch, zwei ausladende, mit dichten Bromelienbärten überwucherte Akazien -- vermutlich sind sie zu groß, um sie einfach mit dem Bagger plattzumachen. Ich nehme an, sie werden kommende Woche umgesägt.


Ich schätze, dass die Baufirma insgesamt zwanzig Hektar Wald gerodet hat. Was weiter passiert, will ich nicht mit ansehen müssen. Wir haben uns in den letzten Wochen nach einem anderen Haus umgesehen. In einem Waldstück auf der anderen Seite der Stadt.



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