Unsere erste Station in Veracruz war die Hafenstadt Veracruz, genauer gesagt das Hotel Mocambo am Strand von Mocambo. Viel mehr als das Hotel selbst haben wir tatsächlich nicht von der Stadt gesehen. Nach unserer Ankunft am Mittwochmorgen haben uns an den Pool gelegt und uns nur am ersten Abend aus einem gewissen Schamgefühl ins Zentrum geschleppt. Das Hotel war fast völlig leer, wir hatten den riesigen Pool zwei Tage lang ganz für uns allein. Selbst an den Strand sind wir nur gegangen, um an Lulús Geburtstag in einer Palapa zu Abend zu essen.
Wir haben uns die Unterkunft übrigens nicht ganz zufällig ausgesucht. Das Hotel Mocambo ist eine charmante Anlage gut zehn Kilometer vom Zentrum entfernt. Es wurde in den dreißiger Jahren erbaut und war seinerzeit ein mondänes Nobelhotel, in dem Hollywoodstars ein und aus gingen. Eigentlich hätte es voriges Jahr abgerissen und durch ein modernes Monster aus Glas und Stahl ersetzt werden sollen, aber aus unerfindlichen Gründen wurde es von der Abbruchbirne verschont und ist mitsamt Parkettfußböden, Holztheken, Messingknäufen und römischen Bädern erhalten. Erbaut wurde das Hotel von einem gewissen Manuel Suárez, einem berühmten Hotelier, dem auch das legendäre Hotel de México in Mexiko-Stadt gehörte. Manuel Suárez kam während der Revolution im Jahr 1910 nach Mexiko und brachte damals angeblich nur die Kleider mit, die er auf dem Leib trug. Er arbeitete in einer Tabakfirma, die der Familie von Lulús Vater gehörte. Suárez heiratete eine Grosstante von Lulú, zeugte mehr als ein halbes Dutzend Kinder mit ihr, und als die Gute vor Erschöpfung das Zeitliche segnete, heiratete er ein weiteres Mal und machte das Dutzend (an legitimen Kindern) voll. Als Kind war Lulú öfter hier, es war also der perfekte Ort, um ihren Geburtstag zu feiern.
(Die Postkarte habe ich aus dem Blog eines unbekannten Freundes aus Veracruz. Hier findet Ihr mehr historische Fotos des Hotels.)



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