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Montag, 27. Dezember 2010

»Danke, dass du deine Seele der Kunst schenkst«

"Aber wir haben doch nichts mehr gesagt", bekommt man in Mexiko oft zu hören, wenn man ein Treffen - egal ob ein Essen mit Freunden oder eine Besprechung mit Geschäftspartnern - eigentlich ganz fest vereinbart hat und am Ende trotzdem versetzt wird. Verabredungen sollte man dringend am Tag vor dem Termin noch einmal bestätigen, und vielleicht auf dem Weg dorthin noch einmal kurz anklingeln.
   Vor Weihnachten hatte ich über Facebook ein Interview mit dem Grafitikünstler "El Madres" vom MotherMonkey Collective in Coyoacán verabredet und war erstaunt, als er mir den Termin gleich zweimal bestätigt und mir obendrein eine Mail mit Weihnachtensgrüßen geschickt hat.
   Gestern Abend, zwölf Stunden vor unserem vereinbarten Frühstück, fiel mir plötzlich siedend heiß ein, dass ich mich vielleicht noch einmal bei El Madres melden sollte. Aber als ich mein Handy einschaltete, fand ich eine SMS, in der er mich noch einmal an unser Interview erinnerte. Ich antwortete mit einem kurzen "Bis morgen!" und bekam prompt eine zweite Bestätigung. Das Genialste war, dass er heute Morgen tatsächlich pünktlich erschien und mich mit den Worten "Tut mir Leid, dass ich zu spät komme..." begrüßte.
   Das war der Anfang eines genialen Gesprächs. Was mir El Madres erzählt hat, das beschreibe ich in einem Buch, das kommenden Herbst bei Ch. Links erscheint.


Alle Bilder (C) MotherMonkey Collective

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