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Sonntag, 11. Juli 2010

Allgäuer Alpen?

Nein, Holstein-Vieh unter dem Cofre de Perote. Am Samstag sind wir von Xico aus ein Stück in die Sierra gefahren, nach Ixhuacán de los Reyes. Leider hat es die ganze über Zeit geregnet, und wir haben den Cofre und die tief eingeschnittenen Täler der Sierra nicht einmal schemenhaft gesehen. Aber der Nebelwald mit seinen riesigen, dick mit Orchideen und Agaven überwucherten Bäumen war trotzdem beeindruckend. Kurz vor Ixhuacán hat der Regen ein wenig nachgelassen, und im Ort konnten wir immerhin einmal um den Platz gehen, ohne nass zu werden.

Früher lag Ixhuacán de los Reyes an einem der beiden Handelswege, die vom Hafen über Xalapa nach Puebla und Mexiko führten. Der barocken Architektur nach zu urteilen, scheint es dem Ort nicht schlecht gegangen zu sein. Heute führt die Landstraße jedoch zwei Stunden entfernt auf der anderen Seite am Cofre de Perote vorbei und nach Ixhuacán kommt nur noch, wer wirklich hierher will, und das sind immer weniger. Dafür gehen umso mehr -- nach Xalapa, nach Mexiko-Stadt, aber vor allem nach Los Angeles, Detroit oder Chicago. Die Sierra von Veracruz ist eine der jüngsten Auswanderungsregionen des Landes, auf dem Platz von Ixhuacán haben wir nur ein paar Mädchen und eine Handvoll älterer Leute gesehen. Es ist ein "pueblo de mujeres", ein Frauendorf, wie immer mehr Dörfer in der mexikanischen Provinz.

Auf dem Rückweg in die Stadt haben wir in Xico Station gemacht und im Restaurant El Campanario Hähnchen mit Mole und Xocos gegessen. Ganz ehrlich? Das hier war für mich der eigentliche Grund, bei diesem Sauwetter überhaupt aus dem Haus zu gehen:

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